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Die besten Methoden, um auf Tour Geld zu verschwenden

Spätestens seitdem sich die US-Band Pomplamoose ausgiebig darüber ausgelassen hat, warum sie auf Tour einfach keine Kohle verdienen, ist das Netz voll mit Ratgebern und Spar-Guides für junge Bands on the road. „Man kann sehr wohl Geld verdienen auf Tour!“ lautet das Mantra mit dem erhobenen Zeigefinger und jede dahergelaufene Emo-Coverband aus Kalifornien möchte euch das mit kräftigen Zahlen untermauert erklären. Ihr sollt schlau tanken, schlau fahren, schlau essen, schlau schlafen, schlau feiern—Sparfuchsstyle. Ich sage: Alles Quatsch! Klar kann man auf Tour Geld verdienen, die Frage ist: Wer will das überhaupt!? Wer mit seiner Band in der Welt da draußen richtig Spaß haben will, sollte seine wohlverdiente Abendgage innerhalb von 24 Stunden verprassen und keinen Cent mit nach Hause bringen. Rock’n’Roll statt Bausparvertrag!

Warum ich mich damit besonders gut auskenne und jede Berechtigung habe, fachmännisch darüber zu urteilen? Ich habe beide Seiten gesehen. Ich erinnere mich düster an ein Telefongespräch mit unserem Booker Menacing Menzl. Völlig entnervt durchwühlten wir in einer Skype-Konferenz im Winter 2013 sämtliche Rechnungen, Quittungen und Tankzettel des Jahres. „Also Ashi“, stöhnte er völlig entsetzt, „Ich hab keine Ahnung, wie ihr das gemacht habt, aber in eurer Buchhaltung fehlen 14.000 Euro. Das ist Geld, das ihr VERDIENT habt. Das sind Gagen, Gewinne, spurlos verschwunden! Ihr müsstet reich sein! Wie kann das denn sein!?“ Auch mir war diese Summe ein absolutes Rätsel. Ich wusste gar nicht, dass so viel Geld in der Welt existiert, geschweige denn auf unserem Bandkonto. Nach zwei Beruhigungswhiskey und einer weiteren Stunde Aktendurchwälzen kam Menacing Menzl dem Rätsel des verlorenen Schatzes schließlich auf die Spur: Wir haben die Kohle einfach knallhart versoffen. Gut, einige viele Scheine gingen auch für Tankstellen-Currywurst, sinnlose Taxifahrten, Offday-Ausflüge und kaputte Instrumente drauf, aber der große Haken waren die Cuba Libre und Gin Tonics und Schnapsköstlichkeiten des Landes, die nach den Shows an verschiedensten Theken auf uns und unsere Spendierhosen warteten. Unser Reichtum floss uns quasi direkt nach den Konzerten aus den Händen, bevor wir ihn überhaupt zu einer Bank tragen konnten.

 

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