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Der Noisey Guide To Ostdeutsche Dorfdiscos

Bevor ich angefangen habe, Beats zu schrauben und Emo-Texte drauf zu singen, verdiente ich mein Geld hauptsächlich als Grafiker für Party-Flyer und DJ-Websites. Ein Job, der sich hin und wieder schmutziger anfühlte, als am Bahnhof Crack zu verkaufen. Aber ich brauchte das Geld und die DJs die Flyer. Denn wenn es in der ostdeutschen Provinz von einer Sache zu viel gibt, sind es DJs. Grauer Putz, SAT-Schüsseln und Arbeitslose auch, ja, aber hauptsächlich DJs. Eine Zeit lang wollte einfach jeder Bengel in Thüringen zwischen 15 und 22 DJ werden. Ursprung dieser Sehnsucht müssen die üblichen Verdächtigen gewesen sein: die stets prall gefüllte Dorfdisco, das vierteljährliche House-Festival in irgendeiner alten Ritterburg, der örtliche Jugendclub mit Kinderdisco. In diesen Einrichtungen wird jedes DJ-Duo, das öfter als zweimal vorbeischaut, wie Stars behandelt. Ich habe Kids gesehen, die sich die Logos von DJ-Acts tätowieren ließen, für deren bloßen Namen man sich schon in Grund und Boden schämen sollte.

 

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